In den meisten Fachrichtungen gibt es eine Balance zwischen Logik und Intuition. Webdesign, neben vielen anderen künstlerischen Vorhaben, basiert stark auf Kreativität. Obwohl der tatsächliche Prozess des Programmierens einer Webseite primär logischen Regeln folgt. Heißt das, dass der Design-Prozess nur als fühlbare, greifbare Vorarbeit gesehen werden kann auf die dann die virtuelle maschinelle Hauptarbeit folgt? Nicht wirklich, denn viele Designer, die ich kenne, mögen es gar nicht wenn man beim Webdesign die beiden Welten von einander trennt.

Ich würde sagen der Prozess beim Designen und Programmieren für’s Internet erfordern beides: Logik und Kreativität. In diesem Blog-Beitrag möchte ich den Design Aspekt in den Fokus rücken. Noch konkreter möchte ich ein paar Konzepte umreißen, die man sich während der frühen Phasen des WebDesigns zu Nutze machen kann. Logik bringt immer dann einen Vorteil wenn man zwischen guten und nicht so guten Ideen unterscheiden muss. Wenn man beide Ansätze alternierendend einsetzt, kann man hervoragende Webseiten erstellen.

Aufbauen durch Beispiel

Eine der besten Methoden als Webdesigner die Welt zu betrachten, ist durch die dekonstruktive Linse. Ein Prinzip namens „Gestalt Psychologie“ erklärt, dass Menschen normalerweise erst das große Ganze einer Sache sehen bevor sie die einzelnen Komponenten wahrnehmen. Wenn man dieses Prinzip verinnerlicht hat, hilft es einem zwischen den Mindsets von Komposition und Dekomposition hin und her zu schalten.

Der wissenschaftliche Ansatz wird in der Regel durch das logische Verständnis der Thematik durchgeführt. Nähern Sie sich einer Website wie einer vollständigen Zusammensetzung, bereit, analysiert und aufgeschlüsselt werden. Schwanken Sie  zwischen der Komposition und den Einzelteile, bis Sie alles perfekt sehen und die Absichten des Webdesigners wirklich zu verstehen.

Diesem Prozess folgend, kann man sich eine Reihe von Websites ansehen und dann die gleichen Prinzipien bei seinen eigenen Arbeiten ansetzen. Am Beispiel zu lernen wie man ein starkes Layout erschafft, ist eine der besten Techniken für einen Webdesigner aus Jena. Zu Beginn braucht man eine Menge Ideen und die Freiheit viele Dinge auszuprobieren. Aber man braucht auch einen groben Plan wie man die Struktur einer Webseite aufbaut. Wer damit Probleme hat, sollte beginnen bereits bestehende Webseiten nach zu bauen. Da Webdesigner beide Fähigkeiten – Kreativität und Programmierkenntnisse –  aufweisen müssen, kann man sich aussuchen an welchem Ende man beginnt. So kann man sich mit dem Layout auseinandersetzen und sich bei jedem Schritt Gedanken machen, ob man es selber auch so umgesetzt hätte.

Farbwahl

Wir kennen alle den tollen wissenschaftlichen Ausdruck „Farbtheorie“ aber wie viel Wissenschaft steckt eigentlich dahinter? Viel. Sehr viel. Ähnlich zur Musiktheorie. Webdesign ist in gewisser Art auch Graphik und Print-Design und basiert auf ähnlichen Ideen. Als Webdesigner muss man sich fragen, welche Farbe am besten zu einem Branding oder einer Firma passt. Da sind Intuituition und ein bisschen Raten gefragt.

Der schwerste Teil der Farbtheorie ist zugleich der Grund warum man sie wirklich lernen sollte – die Prinzipien zusammenpassender Farben zu verstehen.Bestimmte Fraben passen besser zu einander wenn sie im richtigen Kontext sind. Ein Farbrad zu verwenden kann den Vorgang enorm beschleunigen wenn man die Geduld hat dem ganzenn eine Chance zu geben. Man muss dabei immer bedenken: Farben bedingen sich gegenseitig. Wählt man eine Farbe aus, so hat man gleichzeitig alle verbleibenden Optionen limitiert. Wenn man dann alle seine Farben beisammen hat, hat man aber noch nicht einen Gedanken an Schatten, Übergänge und Transparenz verschwendet.

Man kann sich dabei natürlich Hilfe suchen. Entweder man schaut sich andere Homepages an und findet passende Farben oder man benutzt entsprechende Tools.

Der goldene Schnitt

Wenn hier beinharte Mathematiker dabei sind, sollten sie mal ihren multivariablen Kalkül bei Seite legen und sich diesen faszinierenden TED-Vortrag ansehen. Darin geht es um die Fibonacci Zahlen, deren Verhältnis zu einander sich immer mehr dem Goldenen Schnitt 1,618 annähert. Dieser Schnitt kommt in der Natur, Fotographie, Architektur und besonders im Webdesign vor.

Das Goldene Verhältnis richtig anzuwenden ist kompliziert aber es basiert alles auf fundierter Logik. Wenn eine Fläche zur Verfügung steht, kann man die Länge gemäß dem Goldenen Schnitt aufteilen und erhält somit eine dem Auge gefällige Komposition.

the golden ratio rectangle composition

In diesem ausführlichen Webdesign-Beitrag gibt es zahlreiche Beispiele aus der realen Welt aber aus von Webdesignern. Die Komposition ist natürlich nicht das einzige. Ein weiteres Beispiel ist die relative Schriftgröße. So kann man mit dem Faktor 1,62 die Schriftgröße von Überschriften, Navigation, Footer Text und auch alles andere bestimmen. Man muss dem natürlich nicht bis auf die letzte Nachkommastelle folgen aber mit dem Goldenen Schnitte hat man eine gute Startposition.

Für Inhalte designen

Eine einfach aber effektive Regel an die man sich als Webdesigner aus Jena halten sollte, ist das Designen speziell für den Inhalt. Das erforder ein Verständnis für die Webseite und die zu präsentierenden Inhalte selbst. Ist die Seite eher textlastig wie ein Blog? Oder wird es viele Tabellen, Diagramme, Videos, Bilder, Listen, Slider, Grids und Spalten geben? Was sind die Hauptaugenmerke der Seite und was soll den Besucher nur kurz aufblicken lassen.

Dabei darf man nicht vergessen, dass WebDesign ein Prozess ist und man immer wieder ein paar schlechte Ideen verwerfen muss, um wieder neuen eine Chance geben zu können. Es wird definitiv nicht leicht aber mit dem Inhalt zu beginn, macht es einfacher. Man weiß, welche Teile man unterbringen muss und worau man sein Webdesign stützen kann.

Je nach Typ der Seite kann man eine Liste von verwandten Elementen organisieren. So sollte eine Seite für eine Band, z.B. Tourdaten und Informationen und Links zu ihrer Musik beinhalten. Davon ausgehend kann man dann das Menü und Layout gestalten.

Abschluss

Auch wenn Web Design mehr eine künstlerische Tätigkeit ist, gibt es doch Möglichkeiten sich nach wissenschaftlichen Richtlinien zu bewegen.