Ich bin seit einiger Zeit Webdesigner und habe auch einigen KMUs bei Ihrer Online-Strategie geholfen. Hauptsächlich natürlich bei der Webseite.
Weil ich dieses Gespräch schon oft geführt habe, will ich heute einfach meinen Rat zu digitalem Papier bringen.

Erst mal sollte man Hosting, Domain, WordPress, Joomla, Drupal und den ganzen anderen Kram beiseite schieben. Besser die Werkzeuge um den Plan arrangieren als den Plan um die Werkzeuge. Das Internet ist voll mit Webseiten, denen es an Plan und Strategie fehlt. Schöne Farben, Layouts und tolle Bilder ohne ein klares Ziel vor Augen. Es ist verlockend sich Gedanken um das Design zu machen aber mein Rat lautet: Beginnen Sie mit Ihrem Ziel, Ihrem Zweck, Ihrer Strategie.

Egal welches Budget Sie haben ohne einen guten Plan für die Seite ist jeder Cent und jede investierte Minute mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren. Eine funktionieren Webseite, die Ergebnisse bringt zu bauen, kostet genau so viel wie eine die kläglich scheitert.

Mit der Zeit haben sich 13 Fragen heraus kristallisiert mit denen man die Strategie einer Seite in Form bringen kann. Egal, ob Sie Ihre Seite am Ende selbst erstellen, eine Agentur oder (hoffentlich) mich engagieren, die Antworten auf diese Fragen sollten das Fundament für die Arbeit bilden. Sie werden dabei helfen den Fokus nicht zu verlieren und eine erstklassige Seite zu bauen.

Zielsetzung:

1. Was sind die allgemeinen Ziele, die Sie mit der Seite erreichen wollen? Wie wird die Seite Ihrem Business helfen? Welches Problem wird die Seite für Sie lösen? Wie sieht (ein) Erfolg für die Seite aus?
Beispiele dafür sind:
Kundenakquise für Kontaktaufnahme seitens der Besucher steigern
Online-Verkäufe oder -Buchungen Ihrer Produkte steigern
Fragen/Anrufe an den Kundendienst verringern
Aufbauen eine Anhängerschaft, die regelmäßig Ihre Seite besucht
Markenbekanntheit und -Sichtbarkeit steigern
Aufklärung über Ihre Produkte oder Leistungen
Marketing Budget pro Verkauf senken

2. Was sollen die Besucher auf Ihrer Seite tun? Welche Aktion würden Sie auswählen, die jeder Besucher der Webseite ausführt?
Beispiele dafür sind:
Das Telefon in die Handnehmen und anrufen
Sich für den Newsletter anmelden
Das Formular ausfüllen und absenden
Einen Rückruf beantragen
Ein Produkt kaufen
Eine Leistung buchen

3. Wie werden Sie Ihre Ergebnisse messen? Sich quantitative Ziele zu setzen wird Ihnen dabei helfen Ihren Erfolg zu messen und ein Auge darauf zu haben wie gut sich Ihre Strategie entwickelt. Dafür brauchen Sie passenden Metriken, also messbare Größen Ihres Unternehmens, an welchen Sie Ihren Fortschritt messen können. Achten Sie darauf, dass die Metriken leicht zu erfassen sind, sich gut vergleichen lassen und aussagekräftig sind. Kundenzufriedenheit lässt sich schwer messen. Bei stark unterschiedlichen Gewinnen je Verkauf kann Anzahl an Verkäufen zwar zurück gehen, obwohl der Gewinn steigt.
Beispiele dafür sind:
Online-Verkäufe bis Ende 2015 um 30% steigern
Jeden Monat 300 neue Instagramm follower
Mindestens 20 neue leads pro Monat/Woche/Tag
Mehr Anrufe für den Vertrieb
Weniger Anrufe für den Kundenservice
Eine Email Liste von mindestens 1000 Menschen über den Blog Newsletter aufbauen.

Lesen Sie die Gedanken Ihrer Kunden:

Ihre Kundschaft zu kennen ist essentiell bei der Zielumsetzung Ihrer Webseite geht. Ohne zu wissen wer bei Ihnen kauft, wird es Ihnen schwer fallen Besucher zu leads (potentielle Kunden) zu konvertieren. Wenn Sie erstmal wissen wer Ihre Kunden sind, können Sie Ihre Inhalte und Ihr Angebot auf die Bedürfnisse, Sorgen und Wünsche zurecht schneidern. Ich kann nicht oft genug betonen, wie wichtig dieser Schritt ist um – gezielten, qualifizierten Traffic zu bekommen – den richtigen Inhalt den richtigen Personen zu zeigen – die Probleme Ihrer Besucher mit Hilfe Ihrer Produkte oder Leistungen zu lösen – und am Ende natürlich auch das richtige Design für Ihre Seite zu finden.

4. In welchem Markt befinden Sie sich? Seien Sie so spezifisch wie möglich. Demographie (Wer sind Ihrer Kunden/Kandidaten/Klienten) Psyhographie (Wie Ticken Ihre Kunden)

5. Welches Problem versuchen Ihre Besucher auf Ihrer Seite lösen? Um Besucher zu leads zu machen, müssen Sie ihnen zeigen, dass Sie deren Problem lösen. Sie müssen deren Bedenken und Sorgen nutzen, um eine Lösung zu präsentieren, die die Besucher überzeugt und sich besser fühlen lässt. Sie verkaufen nicht Ihr Produkt oder Leistung sondern was es dem Kunden bringt, welchen Vorteil er davon hat.

6. Welche Informationen braucht ein Besucher, um das Ziel der Webseite erfüllen zu können?

7. Welche Bedenken/Sorgen/Unsicherheiten könnten den Besucher davon Abhalten das Ziel zu erfüllen?

Ihre Alleinstellungsmerkmale:

8. Was hebt Sie und Ihre Produkte oder Leistungen von der Konkurrenz ab? Was macht Sie zum besten Anbieter in Ihrem Markt? Sie haben in den letzten Fragen u.a. die Schmerzpunkte Ihrer Zielgruppe definiert. Wie können Sie nun zeigen, dass Sie auf diese eingehen und diese lösen können?

9. Wie können Sie Vertrauen auf Ihrer Seite aufbauen? Wenn Sie Ihren Besuchern gezeigt haben, dass Sie einen Mehrwert darstellen, müssen Sie noch unter Beweis stellen, dass man Ihnen vertrauen kann. Erstellen Sie eine Liste von Dingen, die man potentiellen Kunden zeigen kann, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen auf zu bauen.
Beispiele dafür:
Aussagen früherer Kunden
Fallbeispiele oder Anschauungsmaterial um Erfahrung zu teigen
Referenzen von Klienten oder Partnern
Garantien verschiedenster Art
Proben, Schnupperangebote

Ihre Seiten:

Einige Seiten sind einfach Pflicht. Homepage, Impressum, Kontakt braucht man auf jeder Seite. Was könnten Sie noch brauchen?
Beispiele dafür sind:
Produkt/Leistungs -Beschreibungen
AGBs
Seiten zur Zielführung oder -Abschluss
Häufige Fragen oder Informationen
Lassen Sie uns alle durchgehen und Ihnen dabei helfen Ihre Struktur zu finden.

10. Erstellen Sie eine Liste mit allen Produkten und Leistungen, die Sie auf eine einzelnen Seite zeigen wollen. Denken Sie gegebenenfalls auch an Kategorien, um es dem Besuchen leichter zu machen etwas zu finden

11. AGBs und Co. Auf geschäftlichen Seiten ist es oft mit dem Impressum allein nicht getan. Disclaimer, Datenschutz, ggf. Zahlungsmethoden, Rückgaberecht, Versandbedingungen usw. Die Gesetze für Pflichtangaben auf Webseiten ändern sich zu schnell als, dass ich hier Anspruch auf Vollständigkeit hegen möchte. Für mehr Informationen zu Online Recht sollten Sie einen Anwalt konsultieren.

12. Listen Sie alle Seiten auf, die zum erfüllen Ihrer oben genannten Ziele wichtig sind. Irgendwo muss ein Kunde seine Kontaktdaten hinterlassen und hinter jedem „Jetzt buchen“ Button muss es natürlich auch eine Seite geben, die alle notwendigen Informationen aufnimmt. Ein Warenkorb und eine Kasse gehört zu jedem Online Shop. Gehen Sie jeden Schritt durch, den ein Kunde auf Ihrer Seite durchlaufen muss.

13. Überlegen Sie sich wie man die Informationen, die Ihre Besucher brauchen gut strukturieren kann. Gehen Sie dabei immer von den Problemen aus, die Ihre Besucher bei Ihnen lösen wollen. Nach welchen zusätzlichen Informationen suchen sie und welche Zweifel müssen noch aus dem Weg geräumt werden?
Beispiele:
FAQs, Unser Prozess, Unsere Garantie, So funktioniert’s, usw.